
Auf den Design Business Days lernte sie den Copywriter und Sprachexperten Christoph Jehlicka kennen. Schnell stellten die beiden fest, dass sich ihre Lieblingsthemen perfekt ergänzen: Corporate Design und Corporate Language. Seither treiben sie gemeinsame Projekte voran und sprechen immer wieder über Antrieb und Ziele ihrer täglichen Arbeit.
Die folgenden Fragen und Antworten geben einen Einblick in Mandys Werdegang, ihre Philosophie und Praxis.

Wie kam es dazu, dass Du Kommunikationsdesignerin geworden bist?
Ich wusste schon ziemlich früh, dass ich als Designerin arbeiten möchte – nur nicht so genau, in welchem Bereich. (Lacht.) Ich habe deshalb zuerst ein Praktikum als Modedesignerin gemacht, bei einem Sportmode-Hersteller. Interessant war das deshalb, weil ich dort den gesamten Produktionsprozess kennengelernt habe. Vom Moodboard über die Auswahl der Schnittmuster und Materialien bis hin zur Präsentation der neuen Kollektion im firmeneigenen Showroom. Allerdings war ich vom Designprozess dort ziemlich enttäuscht. Man durfte eigentlich gar keine neuen Ideen entwickeln. Im Grunde hat man immer dieselben Schnittmuster reproduziert und höchstens ein paar Details verändert. Das war mir definitiv zu wenig.
Umwege erhöhen ja bekanntlich die Ortskenntnis. Was waren Deine nächsten Schritte?
Der nächste Schritt war eher eine Vernunftentscheidung. Ich habe eine Ausbildung zur Werbekauffrau gemacht. In einer kleinen Werbeagentur, in der ich schon nach kurzer Zeit viel Verantwortung für das operative Geschäft übernehmen durfte. Danach habe ich in Hamburg Kommunikationsdesign studiert – mit den Schwerpunkten Editorial Design und Illustration. Schon während des Studiums habe ich angefangen, bei Agenturen wie Grabarz & Partner und Enterprise IG (später Superunion) weitere Praxiserfahrung zu sammeln. Nach dem Studium habe ich dann für verschiedene Design-Agenturen und Unternehmen gearbeitet – bevor ich mich 2009 selbstständig gemacht habe.
Inzwischen liegt Dein Fokus ganz klar auf der Markengestaltung. Was fasziniert Dich an diesem Aufgabenfeld besonders?
Ich mag die Vielfalt und Ganzheitlichkeit des Gestaltungsprozesses sowie die Möglichkeit, mich tief in unterschiedliche Themen, Branchen und Unternehmenskontexte einzuarbeiten. Es erfüllt mich mit Freude, ein Corporate Design zu entwickeln, das den Mehrwert und die Wertigkeit von Produkten und Dienstleistungen hervorhebt. Außerdem bringe ich gerne Orientierung in Markenwelten und Kernbotschaften visuell auf den Punkt.
Eine weitere Stärken von Dir liegt in Deiner strukturierten Arbeitsweise – das merkt man sofort, wenn man mit Dir zusammenarbeitet. Aber woher nimmst Du die kreative Inspiration für Deinen Gestaltungsprozess?
Aus ganz unterschiedlichen Bereichen: Musik, Kunst, Architektur …. Ein tolles Beispiel sind die Häuser von Antoni Gaudí in Barcelona. Sein Gestaltungsansatz verbindet Ästhetik und Funktionalität auf einzigartige Weise. Er hat zum Beispiel sehr früh auf moderne Stahlbetonsäulen gesetzt, um auf tragende Wände verzichten zu können und die Raumgestaltung variabler zu machen. Außerdem haben seine Gebäude eine ausgeklügelte natürliche Belüftung und fast alle Zimmer besitzen Fenster mit Tageslicht, was damals alles andere als selbstverständlich war. Ein kleines, aber feines Detail, das mich sehr fasziniert hat, war die Gestaltung des blauen Fliesenspiegels im Lichthof der Casa Batlló. Die Fliesen im unteren Bereich sind heller als die im oberen, um den natürlichen Lichteinfall auszugleichen. Solche – scheinbar einfachen – Ideen inspirieren mich besonders, weil sie fortschrittlich und zeitlos zugleich sind.
Das klingt in der Tat faszinierend. Zum Schluss: Was macht für Dich – neben Ästhetik und Funktionalität – eine zeitlose Marke aus?
Zeitlose Marken verbinden Wertigkeit und Werte. Sie schaffen Vertrauen, Orientierung und langlebige Kundenbeziehungen. Der Kern einer Marke sollte sich deshalb nicht mit jedem Trend ändern. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Unternehmen ihr Angebot und ihre Kommunikation kontinuierlich an aktuelle Entwicklungen und die Bedürfnisse ihrer Kund:innen anpassen – sonst verlieren selbst große Marken irgendwann an Bedeutung. Eine optimale Basis dafür bietet eine strategische und konsistente Markengestaltung.
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